Auf dem Prüfstand: Mode-Trend Felljacken

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Seit nunmehr zwei Jahren sind sie fester Bestandteil der Winterkollektionen der großen (und kleinen) Designer von New York bis Mailand: Die Felljacken. Die Rede ist hier nicht von den riesigen, schweren und betagten Pelzmänteln, sondern von den fluffigen, knappen Jäckchen, die meist komplett mit Fell überzogen sind. Gerade jetzt, wo der Winter seine Hartnäckigkeit unter Beweis stellt, fragt man sich natürlich, ob es sich nochmal lohnt, im Schlussverkauf ein kuscheliges Schnäppchen zu machen. Aber hat der Trend überhaupt noch Bestand? Und woher kam er eigentlich? Sollte man eine Felljacke oder doch lieber eine Fellweste nehmen? Fragen über Fragen – wir geben Antworten.

Warum, wieso, weshalb

Bereits Ende 2010 machten die ersten Bilder diverser Fashion-Events die Runde, bei denen sich bereits abzeichnete, dass zahlreiche Designer einen ganz bestimmten Trend auf dem Kieker haben. Zudem präsentierten sich die Early-Adopters der Modewelt verstärkt in einem auffälligen Look: Die gemeine Felljacke erschien auf der Bildfläche und eroberte die Fashion-Epizentren von Berlin-Mitte bis Rodeo Drive, Los Angeles. Roberto Cavalli, Karl Lagerfeld und Labels wie Antik Batik erkannten die Zeichen der Zeit und machten die Fell-Nummer zum nächsten großen Ding. In den folgenden Wintersaisons war es damit um die Modewelt geschehen, und daran hat sich tatsächlich bis heute nicht viel geändert. Sowohl Jacken mit vereinzelten Fellelementen, komplett mit Fell bedeckte Modelle und vor allem Fell-Westen lassen das Fashion-Feuer auch 2013 noch immer lodern.

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Stichwort Animalität

Kein Wunder eigentlich: der anhaltende Trend passt schließlich perfekt zum allgegenwärtigen animalischen Look. Wo Strumpfhosen mit Leoparden-Muster getragen werden, können schließlich auch Jacken im Bärenlook übergezogen werden, oder? Dabei muss es sich übrigens NICHT um echten Pelz handeln. Ganz im Gegenteil, die meisten selbst im Hochpreis-Segment tätigen Designer arbeiten mit hochwertigem Kunstfell und schaffen ganz hervorragende Stücke. Die Farben bleiben dabei natürlich: Braun, Grau und Schwarz sind die gängigsten, doch auch in auffälligem Weiß sind die Jacken häufig zu sehen. Im Winter als Eisbär? – Passt doch! Zudem fällt auf, dass das Fell in den meisten Fällen extrem lang ist. Man könnte beinahe sagen: je zottliger, desto besser.

Die Ärmelfrage

Die Frage, die beim Trend in den letzten Jahren immer wieder auftauchte war die nach den Ärmeln. Was ist nun die bessere Wahl? – Die herkömmliche Felljacke oder doch lieber die Fellweste ganz ohne Ärmel? Fakt ist: Die Fellweste ist auf jeden Fall weiter verbreitet und kommt bei der Masse auch offensichtlich besser an. Doch genau da kommen die Vorzüge des Ärmel-Modells zum Tragen: Es hebt sich noch ein kleines Stück vom Rest ab und ist – sofern gewünscht – noch ein bisschen auffälliger als die Westen-Variante. Als Kompromiss sind übrigens auch kurzärmlige Modelle zu empfehlen. Sie kommen seltener vor, als die anderen Modelle und sind daher noch einen Ticken spezieller. Jedoch muss man die Augen hier offen halten, man findet sie häufig nur sehr schwer in den betreffenden Läden.

Die Regeln

So sehr die 90er auch durch die Nostalgie-Brille als ein wunderbares Jahrzehnt gepriesen werden: Bitte keine Felljacken in Neongrün, Knallrot oder Marineblau wählen. Klar, Colorblocking hat seine Vorzüge, aber definitiv nicht bei Felljacken. Hier dominiert der natürliche Look – zu Recht. Kombiniert werden die Stücke am besten zu schmalen Tights und ein paar High Heels – da die Jacken meist selbst sehr weit ausfallen und aufplustern, empfiehlt es sich im Beinbereich auf Schlankheit und Schlichtheit zu setzen. Schmale Figuren sind daher geradezu gemacht für Felljacken und –Westen. Mit einer sehr breiten, weißen Felljacke wie eine Schneekugel auszusehen mag vielleicht ganz witzig sein. Ob es Stil hat, bleibt aber fraglich.

Gekommen um zu bleiben?

Wie lange der Look noch an der Oberfläche bleibt, lässt sich schwer sagen. Da mit diesem Winter bereits seine dritte Saison infolge zu Ende geht, könnte es gut sein, dass die Karawane im nächsten Herbst weiterzieht und der Fell-Look auf der Strecke bleibt. Wer also in diesem Winter noch mitmischen und sich eines der Teile besorgen will, sollte zur Sicherheit lieber kein Vermögen mehr in eine solche Jacke investieren. Das sollte aber auch kein Problem sein, schließlich bieten Replay, French Connection oder Miss Sixty trendige Felljacken zu bezahlbaren Preisen an.

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