Die Daunenweste auf dem Trend-Prüfstand

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Treu hat sie uns durch die kalten Monate der letzten Jahre gebracht – die allseits beliebte Daunenweste. Doch das gute Stück hat mit teils aufsehenerregenden Stilblüten auch viel Diskussionsstoff geliefert, und das bis heute. Kann sich die Daunenweste im Winter 2013 gegen die mächtige Collegejacken- und Parka-Konkurrenz behaupten? Wie sieht die Zukunft der modischen Wunderwaffe aus? Wir stellen die Daunenweste auf den untrüglichen Trend-Prüfstand.

Wer erinnert sich nicht an das Kultvideo von Rapper Kay One und seinem (Ex-)Partner Bushido? In „Style und das Geld“ etablierte Kay One als einer der ersten deutschen Musiker und Promis im Frühjahr 2010 einen aufsehenerregenden Kleidungsstil. Mit feuerroter Moncler-Weste brachte er den Daunenwesten-Look über Nacht nach Deutschland. Natürlich war der Trend bereits zu diesem Zeitpunkt eine Weile am Kochen, auf die große Bühne kam er aber erst in diesem Video. Was folgte war ein Mode-Hype, wie es ihn seit langer Zeit nicht mehr gegeben hatte. Plötzlich schien keine andere Winterjacke mehr etwas wert zu sein: Es MUSSTEN die ärmellosen Stücke sein, nur echt in Lackfarben. Nur echt von Moncler mussten sie hingegen nicht sein, das war spätestens ab dem Zeitpunkt unwichtig, als das normale Fußvolk feststellen musste wie unbezahlbar die Stücke der französischen Edelmarke waren.

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Was ist nun also im Jahr 2013, gut drei Jahren später, vom einstigen Mega-Hype geblieben? Wir stellen fest: erstaunlich viel. Zunächst: Moncler ist zwar beileibe keine abgeschriebene Marke, nur hat sie ihr Monopol auf ärmellose Daunenwesten – sofern sie es jemals innehatte – abgeben müssen. Wer heute Daunenwesten trägt, hat eine riesige Auswahl quer durch sämtliche Marken und Preiskategorien. Natürlich bieten die Edel-Labels nach wie vor eigene Modelle an, aber eben auch erschwinglichere Marken wie Nike oder Jack and Jones. Für die Tiefpreis-Füchse gibt es entsprechende Jacken aber längst auch bei H&M und vergleichbaren Ketten. Die Daunenweste ist damit also längst kein reines Statussymbol mehr.

Doch bedeutet das, dass sie deshalb unbeliebt oder sogar out geworden ist? – Überraschenderweise nein: Wer die Augen beim Stadtbummel offen hält, wird nicht nur darüber erstaunt sein, wie viele auch heute noch Daunenwesten tragen, sondern auch darüber, wie der Look konsequent erweitert wurde und an Vielfalt gewonnen hat. Während die glänzenden Lack-Modelle ihren Zenit langsam überschritten haben, sind Daunenwesten in matten Farben noch immer extrem angesagt. Zudem haben auch Modelle mit Fellkragen und Kapuzen großen Anklang gefunden.

Für die gemäßigten Temperaturen haben sich die etwas dünneren Westen etabliert, die ohne Reißverschluss auskommen, dafür aber für ihre Knöpfe oder Knebel-Verschlüsse beliebt sind. In welcher Form man auch immer im Jahr 2013 nach der Daunenweste sucht – man findet sie. Und man macht sich mit ihr noch längst nicht unbeliebt. Ganz im Gegenteil, sie ist der beste Beleg dafür, dass ein Kleidungsstück noch längst nicht out sein muss, nur weil die Hysterie um das Teil allmählich abgeklungen ist.

Stattdessen etabliert es sich durch neue Facetten, neue Varianten und frische Ideen. Selbst die großen Labels haben die Teile noch nicht abgeschrieben. Während für viele der dieser Marken das Eisen spätestens dann zu heiß wird, wenn es bei H&M und Zara im Regal liegt, setzen Marken wie DKNY oder Ralph Lauren nach wie vor auf die Daunenweste.

Fazit

Die gute Daunenweste gehört noch nicht zum alten Eisen. Eingemottet werden muss vielleicht das glänzende Lackmodell so langsam, alle anderen Varianten erfreuen sich noch immer großer Beliebtheit. Zu Recht, muss man sagen – schließlich hat die Modewelt bewiesen, wie man einen Trend mit genug Ideen und Kreativität lange am Leben erhält, ohne das er langweilig wird. Könnte es ruhig öfter geben, so etwas…

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