LSD für die Augen – Print-Sweater der anderen Art

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Wer in Zeiten der maximalen Reizüberflutung noch mit seiner Kleidung auffallen will, der muss ordentlich was leisten. Batik? – Boring! Muster? – Mittelmaß! Neonfarben? – Na ja… Glücklicherweise haben sich Startup-Hipster-Modelabels wie „Aloha from Deer“, „Muschi Kreuzberg“ oder „Mr. Gugu & Miss Go“ längst in Stellung gebracht um ein neues Zeitalter verrückter Tights, Jacken und Pullis in der Modewelt einzuläuten. Die auf sie gedruckten – wir nennen sie wider Willen mal so – „Hipster-Motive“ sind das Ding der Stunde, vor allem wenn es um die Wahl eines trendigen neuen Sweaters geht. Bei eben diesen ausgefallen-auffälligen Motiven scheint es ganz offensichtlich keine Grenzen mehr zu geben: Keine Grenzen was Crazyness angeht, was Provokation angeht, was Farbe und Muster angeht. Geistergestört ist das neue hübsch. Welcome to the Jungle!

Kategorie 1: Tiermotive

Tiermotive gehen nach wie vor weg wie nichts und sind auf der Street gern gesehene Motive beim Party- und Jungvolk. Dabei noch immer ungeschlagen an der Spitze: Wölfe. Das gilt neben den allgegenwärtigen Sweatern vor allem für Jeansjacken, auf denen die Rudeltiere mittlerweile schon fast standardmäßig draufgestickt sind. Alternativ gehen natürlich Geparden und Panther, Tiger, Löwen, Pitbulls und alles was einem sonst so in den Sinn kommt – Hauptsache dabei ist, dass das Motiv möglichst plakativ und riesig ist. Am besten erstreckt es sich natürlich über das ganze Kleidungsstück. Wahlweise einmal oder gleich im ganzen Dutzend.

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Kategorie 2: Nahrungsmittel

Zugegeben, der Begriff ist etwas weit gefasst. Im Prinzip darf alles auf einem trendigen Sweater landen, was im weitesten Sinne essbar ist. Die Zuckerschnuten unter den Fashion-Fanatikern greifen zu übergroßen Eistüten-, M&Ms- oder Gummibärchen-Prints, die Junk Food-Fanatiker hingegen zu diversen Fast-Food-Motiven von Burgern bis Pommes. Man lebt ja schließlich nur einmal. Aber wo bleibt eigentlich der Sauerbraten-Pulli? Gibt’s bestimmt auch schon irgendwo.

Kategorie 3: Landschaftsmotive

Hier kommen die Naturfreunde endlich zum Zug. Wem nämlich all die bisherigen Motive zu sehr auf Konsum (Fast-Food-Stuff und Süßigkeiten) oder „Och wie niedlich“ (Tiermotive) ausgerichtet waren, der kann seiner Liebe zu Mutter Erde mit entsprechenden Landschaftsmotiven frönen. Prints mit Strandmotiven, Baumkronen und Wäldern, Vulkanen, Palmen oder Berggipfeln lassen das Natur-Herz höher schlagen – sofern man damit klar kommt, dass die Sweater zum großen Teil aus reinem Polyester bestehen.

Kategorie 4: Der ganz verrückte Scheiß

Wem das alles noch zu human und gesittet ist, der möge bitte zu den vollends abgehobenen All-Over-Motiven greifen. Im Prinzip finden sich hier noch Motive, von denen man nie geglaubt hat, dass sie jemals den Weg als Print auf ein Kleidungsstück machen: Kondome, diverse Weltall-Bilder von Sternen-Explosionen und Milchstraßen-Fotografien und verschiedene biblische Malereien, Marienbilder oder Engel oder Jesus Christ himself. Wie gesagt: Im Prinzip gibt es nichts, was es nicht geben könnte.

Neben all den Prints, die wir hier versucht haben grob zu kategorisieren, gibt es natürlich noch allerhand weiteren Stuff von Atomexplosionen über Pharao-Abbilder bis hin zu Marihuana-Stauden. Okay, eigentlich gibt es wohl wirklich ALLES. Im Prinzip könnte man mit diesen Motiv-Erörterungen ewig weitermachen; der Punkt ist aber, dass hier nicht mehr in Kategorien wie „Geht/Geht nicht“ oder „Geschmackvoll oder nicht“ gedacht wird. Entscheidend ist das Motiv und dessen Verrücktheit. Je weiter es von dem entfernt ist, was der Durchschnitts-Mensch anziehen würde, desto besser. Was davon zu halten ist? – Schwierig, denn diese Art von Mode ist eine reine Gewissensentscheidung. Fakt ist aber auch, dass dieser Trend teilweise so weit draußen ist, dass er auf kurz oder lang zum Scheitern verurteilt ist. Bedeutet: Wer den Motiv-Sweatern eine große Zukunft voraussagt, wird spätestens in einem Jahr bitter enttäuscht werden. Nichtsdestotrotz: Bis das so weit ist – Gehet hinaus und fallet auf!

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