Pelz, Leder und Co. – darf man das eigentlich noch tragen?

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Die Diskussion um Pelze und andere Naturprodukte ist fast so alt wie die Herstellung dieser Materialien. Mittlerweile haben aber nicht mehr nur eingefleischte Vegetarier und Veganer etwas dagegen, dass Designer echten Pelz und echtes Leder zur Produktion ihrer Kreationen nutzen, sondern auch die Meinung der Straße richtet sich gegen das Töten von Tieren, um aus ihnen Mode zu machen. Doch was spricht eigentlich für einen echten Pelz und was spricht dagegen? Darf man diese Frage überhaupt noch stellen? In diesem Artikel wollen wir uns diesem kontroversen Thema widmen.

Das spricht gegen Pelz

Was gegen Pelz spricht, dass scheint für viele Menschen auf der Hand zu liegen: Das Töten von Tieren. Die Mentalität und Einstellung gegenüber Tierrechten hat sich in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg so umfassend geändert, dass sich auch die Einstellung zur Pelzmode vollkommen umkehrte. Tiere waren früher reine Haus-oder Nutztiere. Ob Tiere in entfernten Regionen ausgerottet wurden oder man sie wegen ihrer Stoßzähne jagte, dass war eigentlich nicht der Rede wert. Heute kümmern wir uns um diese Probleme, weil unsere eigenen Probleme – zumindest die in Westeuropa – abgenommen haben. In unseren Gefilden herrscht ein sozialer Frieden (wenn auch mit Einschränkungen), der es uns erlaubt, uns um die Schwächeren zu kümmern. Zu diesen Schwächeren gehören natürlich die Tiere. Schon seit langem kämpfen Tierschutzorganisationen daher gegen die Tötung von Pelztieren zum Zwecke der Weiterverarbeitung. Sie argumentieren zum einen, dass im Jahr tausende von Tieren wegen der Modeproduktion getötet werden und zum anderen, dass die Haltung der Pelztiere keinen ordentlichen Standards unterworfen wird. Und in der Tat, Pelzfarmen erfüllten erst nach großem politischen Druck Auflagen, die das Leben der Farmtiere erleichterten. Das ist ein Erfolg für die Tierschützer, für die deutschen Kürschner ist es eine Katastrophe. Ihr Gewerbe steht unter einem großen Druck und ein Überleben von Kleinbetrieben ohne weitläufige Infrastruktur ist beinahe undenkbar. Die Umsätze der Pelzverkäufe sind so stark eingebrochen, dass sich die Gewinnspanne von 4 Milliarden Euro im Jahre 1990 auf gerade einmal eine halbe Milliarde im Jahr 2006 verringert hat. Dies ist vielen Tierschützen aber bei weitem nicht genug. Auch die Tötung von Tieren zur Lederproduktion ist ihnen ein Dorn im Auge.

Pelz

Photo credit: liberalmind1012 via Visual Hunt / CC BY

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Andere wiederum setzen sich dafür ein, dass gewisse Tierarten überhaupt nicht mehr gejagt oder gezüchtet werden dürfen, um sie zu Mode zu verarbeiten. Hierzu zählen Tiger, Gepard, Jaguar und Puma. Doch es gibt nicht nur Argumente gegen Pelze, die sich aus dem Töten von Tieren ableiten lassen. Die Modeindustrie hat sich und ihre Techniken in den letzten Jahrzehnten so unglaublich weiterentwickelt, dass es ohne Probleme möglich ist, synthetische Pelze, Felle und Leder herzustellen. Dies schont nicht nur die Tiere, sondern auch den Geldbeutel – die Verarbeitung von echtem Pelz ist nämlich um Weiten teurer als künstlicher Pelz. Einziger Nachteil der künstlichen Stücke sind ihre Eigenschaften. Während echter Pelz super warm hält und sehr atmungsaktiv ist, kann künstlicher Pelz die Haut nicht atmen lassen. Der Kopf kann unter einer Pelzmütze aus synthetischem Material stark schwitzen. Das gleiche gilt für Kunstleder. Wie echtes Leder, hält es Wasser ab, lässt die Haut aber nicht atmen. Deshalb ist Kunstleder auch nicht für die wärmeren Monate des Jahres geeignet.

Fazit

Ich denke, wenn man diese wenigen Pros den zahlreichen Contras gegenüberstellt, muss man unterm Strich zu dem Ergebnis kommen, dass echter Pelz heute nicht mehr als ein Symbol des Luxus ist. Er ist ein Rudiment aus einer alten Zeit, in der man sich nicht anders wärmen konnte, als mit diesen Naturprodukten. In unserer hochtechnisierten Welt sind wir darauf aber nicht mehr angewiesen, sondern können wunderbare Ersatzmaterialien herstellen, die nebenbei wunderbar aussehen – ohnehin erkennt ein Laie den Unterschied zwischen echtem und falschem Pelz nur schwer. Wir sollten uns also dem Fortschritt bedienen und damit die Natur schonen.

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